Archiv für Dezember 2008


Kulturpalast

30. Dezember 2008 - 23:13 Uhr

30.12.08 23:13 “Indeks – Klub Muzyczny”, Warschau Es muss noch eine Geschichte erzählt werden: Im “Palast der Kultur und Kunst” haben wir die 15 Zloty kostende Gelegenheit wahrgenommen, in den 30ten Stock zu liften, um einen diesigen, trotzdem beeindruckenden Ausblick über Warschau zu erlangen. F. und ich nahmen – anders als vorher, als nsere 7-köpfige Reisegruppe eine ganze Aufzugfahrt und -ladung okkupierte (sehr lustig: in diesem Aufzug saß eine 42-jährige Polin auf einem Schemel und drückte abwechselnd den Knopf für den 2ten und 30ten Stock; ein Job für Götter, oder eben für; hier fehlt ein zündender Einfall) [Fremdeintrag] “Anm. des Mitmenschen: Auf der linken Seite darf eingetragen werden. [Unterschrift], 30.12.2008, 23.28h” – mit anderen paar Leuten (wir hatten inzwischen unseren Blutdruck gemessen, denn es befand sich hier momentan irgendsoeine Gesundheitsaufklärungsausstellung dort; 117 zu 67 bei paarein70 Puls) den Expressaufzug (eigentlich den einzigen) zurück ins Erdgeschoß, der aus unerfindlichen Gründen im 12. Stock einen Srop einlegte. Wir stiegen also aus, bemerkten unseren Fehler, den die anderen Gäste allerdings nicht machten, erst, als sich die Tür disen Aufzugs wieder schloß und selbiger entschwand, so vermutet [?] es jedenfalls in Unkenntnis der Pappmachée-Theorie. Wir bestiegen also einen der anderen 6 Aufzüge, die, des 30ten Geschoßes nicht erreichensmächtig, uns trotzdem geeignet schienen, ins Erdgeschoß zurückzukommen. [Fremdeintrag, nicht vollständig leserlich] “Zsetç [?]ie Çzsózó! 30.12.08 23.57h” Dieser führte uns mit unserem Liftmate erstmal zu 1. Das war uns nicht geheuer, war es doch nicht das Stockwerk auf dem die Odyssee begann. Wir, inzwischen vorgeprägt, nicht voreilig auszusteigen, springen zurück in den Fahrstuhl, “wenn 1 nicht unsres ist, dann wohl 2″.
2 gedrückt, fährt der Vertikalbewegungs-Kasten nach 27. Und das stimmt nicht.
25:14 Jedenfalls recht weit nach oben fährt er. Dort steigt jemand ein, der offenbar in den 26. Stock möchte. Nicht anders ließ es sich erklären, dass er diese Stockwerkswahltaste drückte und bei entsprechender Ankunft ausstieg. Nicht so gut erklären lässt es sich, dass wir vor Antritt der Fahrt von 1 nach weit und von weit nach 27 jedes Mal das 2-Knöpfchen gedrückt hatten. Die diversen Fahrten – es stiegen auch noch einige Mädels zu, deren weitere Fahrten nicht weiter erörtert werden können – mögen hier abgekürzt zu dem Ende geführt werden, dass wir schließendlich auf 1, dem halben Untergeschoß des Kulturpalasts ausstiegen.

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Klassentreffenserkenntnis und Flughafen

29. Dezember 2008 - 13:19 Uhr

29.12.2008 13:19 Flughafen Stuttgart Nun wusste ich nicht, wann ich hierin weiterschreiben würde (es handelt sich um Buch II), dafür weiß ich aber, dass sich die Benutzung deutlich ändern wird. Das Buch ist wohl inzukunft lediglich Rohschrift-Vorbereitungsbuch für den nachfolgenden Übertrag in den Blog.
Stehe ich eben am Beginn der Silvester-Reise nach Warschau. Das sollte aber nicht das Thema sein. Momentan.
Eigentlich wollte ich meine Bestürzung zu Papier bringen (hier ja mal noch im Wortsinne), dass ich langsam “gesellschaftsfähig” werde, wie D. es formulierte. Beim vorgestrigen Klassentreffen wurde mir es ganz besonders klar:
Ich führe einigermaßen souverän Smalltalk, nicht immer gleich erfolgreich zwar, aber das war schon immer so oder so ähnlich. Das ist auch noch nicht das besondere. Erschrocken bin ich, als ich feststellen musste, dass ich nicht mehr mit bestimmtheit sagen kann, ob mich dieser für mich eigentlich ja bedeutungslose Schwachsinn, was die anderen so machen, wies ihnen geht, wirklich interessiert, oder ob ich bloß aus purer Langeweile und Gewohnheit eine Frage nach der anderen stelle. 14:08 Das hab ich früher manchmal auch. Aber verdammt, damals wusste ich ganz genau, dass es mich wirklich nicht interessiert. Naja nicht bei allen nicht. Aber bei normalen Leuten eben. Merkwürdig.
Nun nochmal zurück zum anderen Thema. Nachdem ich mir ja dachte, kein Reisetagebuch zu führen, fange ich nun damit an.
Momentan sitzen wir im Gate und warten 20 Minuten nach Boarding aufs Boarding. Lustigerweise scheinbar deswegen, weil der Bus kaputt ist. 14:30 Nun sind wir allerdings auch schon an Bord in Erwartung des Starts.
Vorhin waren wir auch, nachdem einige für 3,30 oder so ein 0,3-Bier gezischt hatten noch beider netten Frau vom Panorama-Bistro nen Glühwein trinken. 2€. Süß, aber lecker und mit Orangesnaft, also eigentlich Punsch, oder?

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Jellyfish

11. Dezember 2008 - 01:09 Uhr

Jellyfish, along you came,
and right away I’m stung.
Sweet words I long to whisper,
But you’ve paralyzed my tounge.
Simpsons; ich nehme an, es ist nicht komisch, wenn man die Musik dazu nicht kennt

Im übrigen bin ich verwirrt, denn ich musste feststellen, dass Reibungsverluste im Winter was ganz was anderes sind, als das was man sonst so in puncto Wirkungsgrad verbucht.

Cooles Abfallnutzkonzept in einer Gemüseverarbeitungsanlage
Studie über Brennstoffzellen-KWKs und virtuelle Kraftwerke
Fernsehen mit Lasertechnik – bleibt trotzdem Fernsehn, oder?

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Listenstatik

9. Dezember 2008 - 13:01 Uhr

Da, wie erwähnt, die auslistung die zentrale Waffe der parteiinternen Disziplinierung und Machtstrukturenbildung ist, muss genau diese unschädlich gemacht werden. Mangels einer momentan besseren Idee muss ich die Parteien als Wahl(kampf)organisationen beibehalten. Darum muss ein anderer (oder mehrere) Mechanismus die Waffe umgehen.
Irgendwie gilt es zu erreichen, dass ein gechasster Abgeordneter seinen Listenplatz behalten kann bzw. seine Wählbarkeit erhalten bleibt.
Angenommen das Wahlrecht schreibt vor, die Wahllisten, die die Parteien vorlegen daruaufhin zu untersuchen, ob ein bereits gewählter Abgeordneter in der Liste für die nächste Wahl einen schlechteren Platz oder gar keinen Platz gefunden hat und diesem dann für eine Wahlperiode noch mal den gleichen Platz gibt.
Das könnte erstmal schon dazu führen, dass der unbequeme nicht so leicht losgeworden werden kann, verhindert aber auch, dass sich gute Neulinge schnell mal nen Listenplatz verdienen können. Stellen wir uns vor, Partei B hat momentan 20 Abgeordnete, bei der nächsten Wahl dann auch. Es kommt der ideale und beliebte Neuling, möchte möglichst bald Abgeordneter werden, das will auch die Partei. Doch, da nach der skizzierten Regel jeder der 20 ersten Listenplätze gechasst ist, hat der Neuling erstmal keine Chance, ins Parlament zu kommen, außer, einer der hochgelisteten verzichtet auf seinen Listenplatz und lässt sich herabstufen, dabei bleibt aber zu diskutieren, ob die ungewählten, also Plätze 21 bis ultimo auch Stammrecht haben sollen. Da wäre ich dagegen, denn das System war erst eben dafür gedacht, tatsächliche Abgeordneten das Rückgrat zu geben, sich mal über die Parteilinie hinauszulehnen, nicht, um parteiinterne Stellungskämpfe zu intensivieren.
Es gäbe noch ein paar Möglichkeiten, das skizzierte System ein wenig zu hintergehen: Zyklisches Auslisten beispielsweise. Bei den Parteien könnte es sich einspielen, Personal jede zweite Wahlperiode auszulisten, um so die Möglichkeit zu schaffen, ohne Zustimmungspflicht dieser Person der Liste ihre Statizität zu nehmen. Möglich, aber dennoch kann sich der Abgeordnete auf zwei Legislaturperioden verlassen, außerdem könnte sich eine Partei damit vielleicht hoffentlich unglaubwürdig machen.

Studentenwerke für Abschaffung von Studiengebühren
Mannharts Lehrstuhl stellt durchstimmbaren Supraleiter her
Durchtunneln benötigt keine Zeit

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Präambel

9. Dezember 2008 - 11:34 Uhr

Ziel dieser Gedanken soll es sein, Strukturen zu entwickeln, mit denen politische Fehlentwicklungen erkannt werden können, politisch sinnvolle Vorgehensweisen erarbeitet werden können, staatliche Aufgabenbereiche klarer abgrenzen zu können, und das alles im Dienste bzw. zum Zwecke eines umfassend gerechten Staates und eines sozialen noch dazu. Demokratisch ergibt sich hoffentlich auch daraus. Jedenfalls soll dies auch angestrebt sein.
Vermutlich verwendete Mittel werden beispielsweise Liberalisierung sein, nicht im Sinne von Rechtslosigkeit, sondern vielmehr Generalisierung. Also Vergröberung und Verübersichtlichung von Vorschriftenstrukturen, um gezwungene Detailgesetzgebung, die nur selten angebracht und noch seltener von Nutzen ist, zu vermeiden und deren oft noch größere Nachteilsgenese zu vermeiden.
Ein guter Teil der erarbeiteten Mittel wird sich wohl auf Staatsstrukturen beziehen. Diese müssen so gestaltet werden, dass Verselbständigungsprozesse, also Entfernung von der Grundaufgabe mit zunehmendem Eigenleben der Verwaltung, möglichst vermieden werden, oder zu ihrer eigenen Kontrolle verwendet werden.
Wichtig ist, den korrupten Faktor Mensch möglichst nicht hervorzurufen und zu bestärken, sondern strukturell am Entstehen zu hindern, wohingegen der Kreativfaktor, das gesunde Grundempfinden systematisch gefördert und genutzt werden sollen.
Es gilt also, Mißstände aufzuspüren und zu analysieren, auf generalisierte Vorgänge und Strukturen hin zu analysieren und Systeme zu entwickeln, wie diese Strukturen aufgebrochen und systematisch verhindert werden können.

Erster Gedanke, wenn ich an solche Strukturen denke, sind die Parteien, die möchte ich noch nicht per se angreifen, zumal ich ja hier so eine Art Parteiprogramm formuliere. Also verschiebe ich mich erstmal auf ein griffiges Beispiel. Fraktionszwang/Parteilinie.
Fraktionen sind ja druchaus sinnvoll, hab ich gelernt, in ihnen (meist sind sie ja personell mit Mitgliedern bestimmter Parteien identisch) organisieren sich Leute gleicher oder zumindest ähnlicher Meinungen, um den Gesetzgebungs- und Mehrheitsfindungs- und -schaffungsprozess effizienter zu gestalten um nicht erst bei der tatsächlichen Abstimmung Unstimmigkeiten und mangelnde Zustimmung herauszufinden.
Parteien haben ja diverseste Expertengremien und kein Abgeordneter kann sicherlich von sich behaupten, Experte in allen Gebieten zu sein, nicht einmal, er könne sich weit genug in jedes Thema einarbeiten, das so zur Abstimmung kommt, um eine sinnvolle Stimme abgeben zu können. Dafür gibt es ja diese Gremien. Die erarbeiten Lösungen, die der parteilichen Problemlösungsstrategie und ihren Grundübereinkommen entspechen. Darauf kann man sich dannn gerne verlassen. Theoretisch. Aber es gibt nunmal verdammt viele Standpunkte oder Abgrenzungen innerhalb des Spektrums der praktikablen und sinnvollen Lösungen, und so viel Willen zur Profilschärfung, dass oft sogar über dieses Spektrum hinausgegangen wird und die Partei sich gezwungen fühlt, sich rigoros festzulegen. Und da sie sich gezwungen fühlt, zwingt sie auch ihr Mitglied, sich zu unterwerfen, sich, allem ursprünglichen Problemlösungswillen zum Trotze, nicht auf Kompromisse innerhalb des Sinnspektrums einzulassen, oder eigene sinnvolle Lösungen zu vertreten, unter Mißachtung seiner verfassungsrangigen abstimmungstechnischen Unabhängigkeit.
Das ist nicht im Sinne des Erfinders und ein zu beseitigender Mißstand. Ein Grundübel. Erwachsend einsteils aus der Abstimmungsstruktur und der Macht der Parteien bzw. ihrem Machtwillen. Der wesentliche druckschaffende Faktor auf den einzelnen Abgeordneten in diesem Moment ist die Listenkompetenz der Partei. Wer abweicht, verwirkt seine Chance, wiedergewählt zu werden. Er wird nicht mehr gelistet oder abgewertet.
Folglich suchen wir nach einer Möglichkeit, diesen Druckfaktor zu eliminieren und schaffen somit eine Stärkung der Unabhängigkeit des Abgeordneten, die ihm eigentlich schon zugesichert ist. …wird hoffentlich fortgeführt…

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Hoch oder Tief

1. Dezember 2008 - 15:35 Uhr

Ein Denkanstoß, der zwar nicht besonders interessant ist, dafür aber auch nicht viele Ergebnisse liefert ist die Meditation über die Eigenschaften von mit “Hochparterre” oder “Tiefparterre” bezeichneten Stockwerken. Ob erstere Bezeichnung existiert, möchte ich nicht mit Sicherheit beantworten, trotzdem stelle ich mir die Frage, ob solche Gebäude, die man nicht ebenerdig betreten kann, ein Erdgeschoss besitzen.
Da man sich den ersten Stock immer irgendwie oben vorstellt, also über dem Erdgeschoß, wo auch Leute wohnen oder Büros sind oder sowas, ist es schwierig, eine Bezeichnung für ein erstes Bewohntes Stockwerk zu finden, für das man sagen wir so etwa eineinhalb Meter hinaufgehen muss, nachdem man das Haus betreten hat.
Das ganze wird noch schwieriger, wenn man auch noch einen halben Stock runter kann und da auch jemand wohnt, möglicherweise handelt es sich um ein Hanggrundstück (zumindest um ein nicht einnieveauiges) und man kann das Haus ebenerdig betreten, dann ein wenig nach oben oder unten gehen und das Haus auf der gegenüberliegenden Seite ebenerdig verlassen. Was ist dann was.
Und wenn jetzt runterwärts keiner wohnt, sondern nur Kellerlagerräume oder sowas vorhanden sind, Waschküche etc., man aber ein halbes Stockwerk rauf muss, um zur ersten Wohnung zu kommen, die sich dann tatsächlich deutlich über Erdniveau befindet, wäre dann die möglicherweise tatsächlich nachvollziehbare und verständliche Bezeichnung “Hochparterre” allein deswegen abzulehnen, weil dem Stockwerk eben genau das Erdniveau fehlt.
Naja, ich sags ja, ein komisches Thema.

Dem Helmut noch herzliche Grüße und Glückwünsche und Zitat des verwendeten Textes (hier gibts den für Strophe 11 verwendeten Satz) von Paul Gerhard, “Die güldne Sonne”, Strophen 1, 5, 6, 11, 9:
Die güldne Sonne voll Freud und Wonne bringt unsern Grenzen mit ihrem Glänzen ein herzerquickendes, liebliches Licht. Mein Haupt und Glieder, die lagen darnieder; aber nun steh ich, bin munter und fröhlich, schaue den Himmel mit meinem Gesicht.
Ich hab erhoben zu dir hoch droben all meine Sinnen; lass mein Beginnen ohn allen Anstoß und glücklich ergehn. Laster und Schande, des Luzifers Bande, Fallen und Tücke treib ferne zurücke; lass mich auf deinen Geboten bestehn.
Lass mich mit Freuden ohn alles Neiden sehen den Segen, den du wirst legen in meines Bruders und Nächsten Haus. Geiziges Brennen, unchristliches Rennen; nach Gut mit Sünde, das tilge geschwinde von meinem Herzen und wirf es hinaus.
Willst du mich kränken, mit Gallen tränken, und soll von Plagen ich auch was tragen, wohlan, so mach es, wie dir es beliebt. Was gut und tüchtig, was schädlich und nichtig meinem Gebeine, das weißt du alleine, hast nie­mals keinen zu sehr noch betrübt.
Gott, meine Krone, vergib und schone! Lass meine Schulden in Gnad und Hulden aus deinen Augen sein abgewandt. Sonsten regiere, mich lenke und führe, wie dir’s gefället; ich habe gestellet alles in deine Beliebung und Hand.

Zum Abschluss noch ein paar Links:
Ein Gedanke zu logisch, um neu zu sein, eine Anlage, deren nicht-Existenz eigentlich schon peinlich ist: Nutzung von Erdölbegleitgasen als Kraftstoff
Zeitungsartikel über Veröffentlichung einer britischen Studie für die UN bzgl. Drogenprohibition mit forderung des cannabisbezüglichen Ausstiegs aus derselben
Beutelspachers “Mathematik zum Anfassen” im Dezember in Augsburg

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